Wenn ein Prüfer zum Prüfling wird (3)

Im den ersten Teilen dieser Serie habe ich über die schriftlichen Prüfungen sowie die erste mündliche Prüfung zum Berufspädagogen berichtet. Nachdem ich diese erfolgreich bestanden hatte, stand die Projektarbeit an.

Ideen sammeln zum Schreiben einer ProjektarbeitDas Thema für die Projektarbeit hatten wir bereits zur mündlichen Prüfung einzureichen. Der Prüfungsausschuss entschied darüber, ob das Thema den Anforderungen der Weiterbildungsprüfung genügte.

Dazu war eine kurze Beschreibung des geplanten Themas sowie eine Grobgliederung zu erstellen. Ich hatte mich bereits in den Monaten seit der Anmeldung zur Prüfung damit beschäftigt, über welches Thema ich schreiben wollte. Es sollte sich auf jeden Fall um die Einbindung von Social Media Technologien in Lernumgebungen handeln. Dazu verfolgte ich verschiedene Blogs wie z. B. den Weiterbildungsblog von Jochen Robes und den Blog “Learning in the Social Workplace” von Jane Hart. Jane Hart hat zu diesem Thema eine “Social Collaboration Community” gegründet, in der Themen rund um “Social Learning” sehr aktiv diskutiert werden. Über ihren Blog und diese Community wurde ich z. B. auf die Community-Software Yammer aufmerksam.

Ausgangspunkt der Unterlagen für den Antrag zum gewünschten Thema der Projektarbeit wurde eine Mindmap, mit Hilfe derer ich meine Ideen strukturierte:
Mindmap Projektarbeit Berufspädagoge

Das auf dieser Grundlage beantragte Thema “Lernförderlicher Einsatz von Social Learning Communities in Verbindung mit Präsenzseminaren” wurde vom Prüfungsausschuss genehmigt. Im Januar 2012 erhielt ich die entsprechende Mitteilung der IHK und 30 Tage Zeit, dazu eine Projektarbeit von maximal 30 Seiten Text zu erstellen (zzgl. Inhalts-/Literatur-/Abbildungsverzeichnis).

Und dann folgte Murphy’s Law – die geplanten Zeiten zum Schreiben des Textes fielen ungeplanten Vorfällen zum Opfer und zum Schluss wurde es terminlich richtig eng. Zum Glück hatte ich bereits über Monate Unterlagen und Inhalte zu dem Thema gesammelt, so dass ich kaum weitere Vorbereitungszeit benötigte. Mein Retter in der “Zeitnot” wurde das Tool Evernote, in dem ich meine Sammlung abgelegt hatte. So konnte ich die Projektarbeit pünktlich zum Abgabetermin bei der IHK vorlegen.

Aus dieser Erfahrung heraus hier einige Tipps für den Umgang mit dieser Prüfungssituation:

Wählen Sie ein Thema, das Ihnen am Herzen liegt.

Machen Sie sich bereits Gedanken um Ihr Projektthema noch bevor Sie sich zur Prüfung anmelden. Es sollte Ihnen am Herzen liegen, aus Ihrer tagtäglichen Arbeit stammen oder mit Ihrer beruflichen Zielsetzung zu tun haben. Je mehr Sie sich damit identifizieren können, desto einfacher wird Ihnen das Schreiben fallen.

Fangen Sie so früh wie möglich mit der Datensammlung zur Projektarbeit an.

Je eher und je länger Sie sich mit der Datensammlung zu Ihrer Projektarbeit beschäftigen, desto besser werden Sie zum Zeitpunkt der Realisierung im Thema stecken. Sie haben dann bereits Inhalte priorisiert oder verworfen, und die Strukturierung für den Antrag ist schnell gemacht.

Setzen Sie in der Vorbereitungsphase hilfreiche Tools ein.

  1. Abonnieren Sie aktuelle Inhalte interessanter Quellen über RSS-Feeds, z. B. mit Hilfe des Google Reader.
  2. Evernote – “Ihr virtuelles Gedächtnis” – ein webbasiertes Clipping- und Notiztool.
  3. Tools zur Erstellung von Mindmaps, wie z. B. iMindmap oder Mindmeister.
  4. Ein Tool zur Erstellung von Screenshots, wie z. B. Jing oder FireShot (browserbasiert).
  5. Eine Word-Vorlage zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten, die bereits mehrere Strukturierungsebenen berücksichtigt. Denken Sie daran, dass in der Projektarbeit Fußnoten erstellen werden mit Verweisen auf Literatur- oder Internetquellen, und dass Sie nicht nur ein Inhalts-, sondern auch ein Literatur- und gegebenenfalls ein Abbildungs- und Tabellenverzeichnis benötigen. Sollten Sie noch nie mit diesen Funktionen gearbeitet haben, dann nutzen Sie die Zeit zwischen Anmeldung zur Prüfung und Schreiben der Projektarbeit, sich in die Handhabung einer solchen Vorlage und der Funktionen einzuarbeiten.
  6. Haben Sie stets ein kleines Notizbuch zur Hand – falls Ihnen zwischendurch etwas zu Ihrem Thema einfällt oder Sie etwas Interessantes erfahren, das Sie sofort niederschreiben wollen. (Oder nutzen Sie die Aufzeichnungsfunktion Ihres Handys.)

Diesmal dauerte das Warten auf das Ergebnis sehr lange – nämlich mehrere Wochen. Begleitet immer mit der Unsicherheit, ob mit den 30 Seiten der Nerv der Weiterbildungsverordnung getroffen wurde und alles für den Prüfungsausschuss verständlich und logisch genug dargestellt wurde.

Es hat geklappt – fünfeinhalb Wochen nach der Abgabe erhielt ich die Mitteilung, dass die Projektarbeit bestanden wurde. Hier ist der Text, der bewertet wurde:
Lernförderlicher Einsatz von Social Learning Communities in Verbindung mit Präsenzseminaren

Jetzt blieb nur noch ein Prüfungsteil, und zwar die abschließende mündliche Prüfung zur Projektarbeit, bestehend aus einer Präsentation und einem Fachgespräch. Dazu mehr in Teil vier dieser Serie.

Wenn ein Prüfer zum Prüfling wird (1)
Wenn ein Prüfer zum Prüfling wird (2)
Wenn ein Prüfer zum Prüfling wird (3)
Wenn ein Prüfer zum Prüfling wird (4)

Fotoquelle: istockphoto.com
 
 

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