Wenn’s um die Wurst geht …

… dann kann ich Ihnen jetzt eine inhabergeführte Metzgerei in der Nähe von Nürnberg empfehlen.

Ein Woche vor Ostern war ich in Süddeutschland, und mein Rückweg führte mich über Nürnberg. Im Vorfeld hatte ich auf Facebook die Metzgerei Claus Böbel entdeckt und war neugierig auf ihn und seine Online-Strategie geworden. Schnell war per Telefon ein Termin für Samstag abend vereinbart.

 Wursterlebnis in der Fleischerei BöbelGesagt, getan, am Samstag kurz nach 18 Uhr stand ich in Rittersbach vor dem Geschäft der Metzgerei Böbel. Frau Böbel ließ mich herein und brachte mich – nach Versorgung mit Schutzbekleidung und Mütze – in den Arbeitsraum der Fleischerei. Denn dort führte Herr Böbel für eine Gruppe Besucher aus Frankfurt, Berlin und Eisenach ein “Wurst-Erlebnis” durch. Dabei ging es um die Herstellung von fränkischer Bratwurst.

Ich durfte nicht nur zuschauen, sondern auch selbst versuchen, Bratwürste zu formen. Und ich muss sagen, das braucht wahrhaftig eine Menge Gefühl! Meine Bratwürste sahen jedenfalls Schlangen ähnlicher als verkaufsfertigen Bratwürsten.

Schon bei der Arbeit mit der Gruppe fiel mir auf, dass Herr Böbel mit ganzem Herzen hinter seinem Beruf steht. Bei ihm merkt man, das Fleischer nicht nur Beruf, sondern seine Berufung ist.

Herr Böbel nahm sich anschließend für ein ausführliches Gespräch Zeit und beanwortete meine vielen Fragen. Seine Website besteht seit 1997, seit 2007 verkauft er Wurst- und Fleischwaren über das Internet. Damit gehört er zu den Pionieren in dieser Branche. Seit Ende 2010/Anfang 2011 ist er auch auf Twitter und Facebook vertreten.

Inzwischen kommen gut 1/3 seines Umsatzes aus den Online-Aktivitäten bzw. über seinen Online-Shop. Allerdings kann Herr Böbel nach eigener Aussage nicht genau nachvollziehen, wie viel davon über seine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken resultieren. Das wäre sicherlich interessant zu wissen und ließe sich über eine Auswertung der Referenz-URLs der Server-Logs herausfinden.

Auf Facebook ist Herr Böbel nach wie vor nur mit einem persönlichen Profil vertreten. Auf die Frage, warum er keine Unternehmensseite bzw. Fanpage einsetze, verwies er darauf, dass ihm als Inhaber viel am persönlichen Kontakt zu seinen Kunden liege. Ihm gehe es nicht um eine Vielzahl von “Fans” oder “Followern”, sondern um direkte Ansprache und Meinungsaustausch.

Dies gelingt ihm durch Inhalte, die mit dem tagtäglichen Ablauf, den Produkten und Geschehnissen rund um sein Geschäft zu tun haben. Dazu benötigt er keinen separaten Blog, sondern nutzt die Möglichkeiten, die Facebook und Twitter sowie eine Newsletter bieten. Seine Kunden danken es ihm durch entsprechende Treue.

Herr Böbel kümmert sich um Internet-Auftritt, Pflege des Online-Shops, Aktualisierung von Facebook und Twitter persönlich und wendet dafür ca. 30% seiner Arbeitszeit auf. Dazu kommt noch der Aufwand für den wirklich ausführlichen Katalog. Außerdem hält Claus Böbel mehrmals im Jahr Vorträge zu seinem Erfolgrezept auf Veranstaltungen und gibt sein Wissen in eigenen Seminaren weiter.

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass die Metzgerei Böbel in Rittersbach ein Erfolgrezept ist – offline wie online.

Geschäftsansicht Metzgerei Böbel

P. S.: Eines vermisse ich noch im Katalog: Zu meinem Wursteinkauf bei Böbel erhielt ich eine kleine Packung von “Böbel’s Kleine” – Miniwürste zum Snacken, mit einem so tollen Geschmack, dafür lasse ich alle anderen Varianten in den Läden stehen! Hoffentlich können die bei meiner ersten Online-Bestellung mitgeliefert werden.

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One Comment

  1. Schöner Artikel! Hier ein Bericht auf raifeleistung.de

    http://wp.me/p26KZ0-5P